Wichtige Informationen für Kunden, die der Kirchensteuerpflicht unterliegen

Die nachfolgenden Hinweise zur Kirchensteuer auf private Kapitalerträge sind nur für Kunden von Bedeutung, die kirchensteuerpflichtig sind: 

Für Kunden, die einer Kirchensteuer erhebenden Religionsgemeinschaft angehören, wird ab 01.01.2015 die auf Kapitalerträge zu entrichtende Kirchensteuer automatisch im Steuerabzugsverfahren  einbehalten und  an die jeweilige Religionsgemeinschaft abgeführt.

Kirchensteuer ist nur zu entrichten, wenn auch Kapitalertragsteuer anfällt. Dies ist bei einem erteilten Freistellungsauftrag erst dann der Fall, wenn die Kapitalerträge das erteilte Freistellungsvolumen (max. 801 € Alleinstehende / 1.602 € bei zusammenveranlagten Ehegatten/Lebenspartnern) übersteigen. Kapitalertragsteuer fällt ebenfalls nicht an, wenn eine NV-Bescheinigung vorliegt.

Bisher wurde Kirchensteuer von den Banken nur im Auftrag einbehalten.

Seit 2014 sind wir als Bank gesetzlich verpflichtet, einmal jährlich das Kirchensteuermerkmal ("KISTAM") aller Kunden abzufragen, erstmals im September/Oktober 2014.  Diese sog. Regelabfrage stellt auf den kirchensteuerlichen Status am 31.08. des laufenden Jahres ab und gilt für den Steuerabzug des folgenden Jahres.  Das KISTAM gibt Auskunft über Ihre Zugehörigkeit zu einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft und den gültigen Kirchensteuersatz.  Voraussichtlich ab Dezember 2014 wird auch eine Anlassabfrage auf Kundenwunsch oder bei Begründung der Kundenbeziehung ermöglicht.  Diese Abfrage bezieht sich auf den aktuellen kirchensteuerlichen Status im Zeitpunkt der jeweiligen Abfrage.  Bei fehlender Kirchensteuerpflicht wird vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) ein Nullwert zurückgemeldet.

Das Kirchenmitglied kann der Übermittlung der KISTAM widersprechen.  Der Widerspruch ist bis spätestens 30.06. einzulegen, damit er bei der Regelabfrage des laufenden Jahres berücksichtigt wird.  Im Fall der Anlassabfrage ist der Widerspruch mindestens zwei Monate vor der Anlassabfrage einzulegen.

Wichtig: Der Widerspruch ist stets gegenüber dem BZSt auf dem amtlichen Formular ("Erklärung zum Sperrvermerk") einzulegen.  Das Formular ist unter http://www.formulare-bfinv.de unter dem Stichwort "Kirchensteuer" verfügbar. 

Folge des Widerspruchs: Der abfragenden Bank wird an Stelle des persönlichen KISTAM ein neutraler Nullwert zurückgemeldet. Zudem ist das BZSt verpflichtet, das Wohnsitz-Finanzamt des Kirchenmitglieds über die Abfrage der Bank zu informieren.  Das Wohnsitz-Finanzamt wird den Kirchensteuerpflichtigen ggf. zur Abgabe einer Steuererklärung zur Festsetzung der Kirchensteuer auf Kapitalerträge auffordern.

Wichtig:

  • Bei Ehegatten und eingetragenen Lebenspartnern wird für Zwecke der Kirchensteuererhebung im Steuerabzugsverfahren die auf gemeinschaftliche Konten/Depots entfallende Kapitalertragssteuer hälftig aufgeteilt.
  • Bei anderen Gemeinschaftskonten/-depots (z.B. von Geschwistern oder bei Investmentclubs), bei Treuhandkonten und -depots oder betrieblichen Konten und -depots wird Kirchensteuer nur in der Veranlagung festgesetzt.
  • Die Anlassabfrage wird voraussichtlich ab Dezember 2014 bereitgestellt. Sie kommt insbesondere in folgenden Fällen in Betracht: 
    • Sie wurden nicht in die Regelabfrage 2014 einbezogen (z.B. Kontoeröffnung ab November 2014)
    • Ihr kirchensteuerlicher Status (z.B. kirchensteuerliche Änderungen aufgrund Wohnsitzwechsel oder Kirchenaustritt) hat sich nach dem 31.08.2014 geändert.  Mit Hilfe der Anlassabfrage wollen Sie erreichen, dass diese Änderung ab dem 01.01. des Folgejahres berücksichtigt wird

Das KISTAM wird von uns stets für das gesamte Kalenderjahr bzw. ab Beginn der Geschäftsbeziehung dem Steuerabzug zugrunde gelegt.  Unterjährige Änderungen können daher nur im Wege der Veranlagung berücksichtigt werden. Anlassabfragen, die ab 2015 durchgeführt werden, setzen daher voraus, dass im Abfragezeitpunkt noch keine Kapitalerträge geflossen sind.

Weitere Informationen erhalten Sie beim BZSt:  http:/www.bzst.de, schriftlich an Bundeszentralamt für Steuern, An der Küppe 1, 53225 Bonn, oder telefonisch unter 0228/406-1240.

Selbstverständlich steht Ihnen Ihr Kundenberater ebenfalls bei Fragen gern zur Verfügung.